Digital düngen: Wie zoniere ich meine Flächen „richtig“?

Ein trockenes Frühjahr und feuchte Witterung im Mai und Juni haben heuer dazu geführt, dass sich viele Kulturen vielfach sehr unterschiedlich entwickelt haben. Bei Wintergerste und Winterraps kam in manchen Regionen der Regen zu spät und in anderen Regionen verursachten die hohen Niederschlagsmengen hohe Nährstoffnachlieferungen und damit Lagergetreide oder Lagerraps. Genauso zeigten Gerstenbestände in trockenen Regionen enorme Abreifeunterschiede innerhalb eines Schlages.

Es wurde also deutlich, dass die Wasserversorgung der Böden eine zentrale Rolle bei der Nährstoffversorgung der Pflanzen spielt. Die weiteren wesentlichen Faktoren sind die Temperatur und ein ausreichendes Luftvolumen.

Stickstoff

Für eine gezielte Stickstoffdüngung gilt es, direkt auf Bestandesunterschiede zu reagieren, um örtliche Über- bzw. Unterversorgungen zu vermeiden. Hier stellt sich immer die Frage inwieweit mit der teilflächenspezifischen N-Düngung ein Bestand homogenisiert werden kann oder eben gezielt Unterschiede im Bestand belassen werden sollen.

Ist ein Boden schwer, so ist er im Frühjahr reaktionsträger als ein leichter. Hier macht es Sinn mehr schneller verfügbare N-Quellen (Mineraldünger) zur Verfügung zu stellen. Die Bodenerwärmung ist der begrenzende Faktor. Möglicherweise ist der Boden aber so leicht und hat dadurch so wenig Wasser gespeichert, dass der Bestand bereits im Frühjahr Entwicklungsrückstände zeigt. Auch hier herrschen schlechtere Mineralisationsbedingungen, die aber nicht durch die Bodentemperatur, sondern das fehlende Bodenwasser verursacht werden. Die Bodentextur ist der ausschlaggebende Faktor für die Entscheidung einen Standort ausgleichend oder eben nicht ausgleichend mit Stickstoff zu versorgen.

Ausgleichend heißt, auf wenig Biomasse mit höheren Düngergaben zu reagieren und dadurch Wachstum zu fördern. Nicht ausgleichend hat das Ziel, gut entwickelte Teilflächen besser zu düngen, um dort Ertrag und Qualität zu fördern und schlecht entwickelte Teilflächen dementsprechend weniger, um Nährstoffverluste zu verhindern. Für teilflächenspezifische Stickstoffdüngung ist daher eine Zonierung nach der Bodentextur sinnvoll.

Sie kann wie folgt durchgeführt werden:

  • Die LandwirtInnen kennen ihre Flächen am besten!
  • Elektronische Bodenkarten zur Unterstützung
  • Satellitengestützte Bodenzonierung Sensoren zur Bodenzonierung der Bodentextur
  • Zonierung anhand der Biomasseentwicklung
  • Ertragskartierung mit dem Mähdrescher

Fazit

Die Frage nach der „richtigen“ Zonierung ist damit verbunden, welchem Zweck diese Zonierung dienen soll. Wie sich alle von einem Schlag verfügbaren Daten am besten miteinander verknüpfen lassen, um eine möglichst gute Entscheidungsgrundlage für die Bewirtschaftung bilden zu können, ist derzeit noch Gegenstand der Forschung an der Innovation Farm. Für die Beprobung und Analyse der Böden gilt, je mehr Proben von einem Schlag gezogen werden umso genauer wird letztendlich das Ergebnis. Deshalb wäre eine Ziehung in gleichmäßigen Rastern sinnvoll.

Grundlage für teilflächenspezifische Bewirtschaftung in eine teilflächenspezifische Bodenanalyse. Wenn die natürlichen Voraussetzungen des Bodens die Grundlage für teilflächenspezifische Stickstoffdüngung bilden sollen, muss die Bodentextur der Felder zoniert werden. Wenn die (Grund-)Nährstoffversorgung eines Schlages homogenisiert werden soll, müssen die einzelnen Ertragszonen festgestellt werden, der Boden teilflächenspezifisch analysiert und dann anhand der Ergebnisse teilflächenspezifisch gedüngt werden. Mehr Informationen und Ergebnisse finden Sie in Kürze in den Ausgaben unserer Medienpartner bzw. nach Veröffentlichung hier auf der Webseite.

Drohnenaufnahme eines Feldes mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen.
Satellitenaufnahmen zu Vegetationsindize am Desktop.
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