Erntesaison auf den Versuchsflächen der Innovation Farm in vollem Gange

Auf den Versuchsflächen der Innovation Farm sowie auf jenen der Partnerbetriebe in Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland hat die Erntesaison begonnen. Geerntet werden derzeit Weizen, Gerste, Raps und Senf – je nach Standort, Vorfrucht und Witterung der Bestände zeitlich versetzt.

Zum Einsatz kommt dabei unter anderem ein Parzellenmähdrescher. Er unterscheidet sich von einem herkömmlichen Mähdrescher vor allem dadurch, dass das Erntegut jeder einzelnen Versuchsparzelle vollständig getrennt verwogen und analysiert werden kann. Das Korn jeder Parzelle gelangt in einen Wiegebehälter, in dem Erntemenge und Kornfeuchte unmittelbar bei der Überfahrt gemessen und dem jeweiligen Parzellendatensatz zugeordnet werden. Erst diese exakte Erfassung macht es möglich, Unterschiede zwischen den Varianten wissenschaftlich korrekt nachzuweisen.

Im Rahmen der Parzellenversuche werden unterschiedliche Dünge- und Bewirtschaftungsvarianten miteinander verglichen. Die Parzellen unterscheiden sich beispielsweise in Höhe, Form und Zeitpunkt der Stickstoffdüngung, in der Aufteilung der einzelnen Gaben oder in der Art der Bewirtschaftung, etwa Bodenbearbeitung, Aussaat oder Vorfrucht.

Über die reine Ernte hinaus steht die wissenschaftliche Datenerhebung im Mittelpunkt. Bodenproben geben Aufschluss über die Nährstoffversorgung und über den nach der Ernte verbliebenen Reststickstoff. Die Vermessung der Parzellenlängen liefert die exakte Bezugsfläche. Die Erfassung der Strohgewichte erlaubt Rückschlüsse auf das Korn-Stroh-Verhältnis und damit auf die Biomassebildung und den Nährstoffentzug der jeweiligen Variante. Ergänzend werden Kornproben gezogen, aus denen sich unter anderem Tausendkornmasse, Hektolitergewicht sowie Protein- bzw. Ölgehalt, je nach Kultur, bestimmen lassen.

Die sorgfältige Dokumentation während der Ernte ist dabei ein zentraler Baustein der Versuchsarbeit. Nur durch diese lückenlose Erfassung entstehen Ergebnisse, die wissenschaftlich belastbar sind und in die weitere Forschungsarbeit einfließen können.