Einsatz einer optischen Sortieranlage in der Weinproduktion

Ausgangslage

In ausgewählten österreichischen Weingütern ist die optische Traubensortierung bereits integraler Bestandteil der Prozesskette. Derartige Systeme ermöglichen auf Basis bildgebender Verfahren eine differenzierte Klassifizierung der Beerenqualität, die von grober bis hin zu hochpräziser Selektion reicht. Voraussetzung für den Einsatz ist das vorherige Rebeln des Leseguts. Die vereinzelt vorliegenden Beeren werden anschließend über einen Rütteltisch homogen auf ein Förderband aufgegeben. Durch die hohe Bandgeschwindigkeit wird eine gleichmäßige Verteilung erzielt, wodurch eine zuverlässige Erfassung mittels spezialisierter Kamerasysteme gewährleistet ist. Entsprechen einzelne Beeren nicht den definierten Qualitätskriterien, erfolgt deren gezielte Ausschleusung mittels präzise gesteuerter Luftimpulse.

Die Produktion hochwertiger Weine ist mit önologischen Herausforderungen verbunden. Zur Minimierung dieser Risiken wird eine umfassende, digital vernetzte Prozessüberwachung angestrebt, in die auch die optische Sortieranlage als qualitätssichernde Maßnahme integriert ist.

Die Aufgabenstellung

  • Lassen sich Unterschiede erkennen bei einer festgelegten Menge an Beeren, die über die optische Sortieranlage liefen im Vergleich zu Beeren, die nicht sortiert wurden?
  • Unterscheiden sich die entstandenen Weine mit Beeren aus der optischen Sortieranlage qualitativ, sensorisch von Weinen aus unsortierten Beeren?
  • Welche beschädigten Trauben lassen sich entfernen? Gibt es Unterschiede bei der Sortierung je nach Art der Abweichung der Beeren?
  • Mit welchen quantitativen Abweichungen muss bei passender Sortierung gerechnet werden?
  • Welche Kriterien lassen sich an der Sortieranlage einstellen und hat dies einen Einfluss auf die ausgeschiedenen Mengen und die Qualität der Sortierung?
  • Veränderung der Programmierung durch Bucher Vaslin anhand der Ergebnisse der HBLAuBA

Die Umsetzung

Optische Sortieranlagen bieten die Möglichkeit, jene Beeren auszusortieren, die nicht in das vorab festgelegte Schema passen. Primär sollen jene Beeren ausgeschieden werden, die qualitativ nicht entsprechen. Es lassen sich Beeren aussortieren, die negative Eigenschaften besitzen und damit die Qualität der entstehenden Weine negativ beeinflussen. Die Ursachen dafür können vielfach sein.

Durch vermehrt auftretende Starkwetterereignisse ausgelöst durch die Klimakrise können die Trauben Schaden nehmen. Hagel kann die Trauben massiv beschädigen mit starken Auswirkungen auf die Traubengesundheit. Vermehrt auftretende Hitzeperioden können zu Trockenstress der Reben führen mit negativen Auswirkungen auf die Traubengesundheit. Durch zu viel Sonnenbestrahlung kann an den Trauben Sonnenbrand entstehen. Ist eine optische Sortieranlage fähig, diese Mängel, welche in weiterer Folge auch zu sensorischen Problemen führen, auszusortieren? Zusätzlich stellt sich die Frage, ob generell faule Trauben aussortiert werden können. Häufiger werden auch die Mengen an Schädlingen in den Trauben wie der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia). Lassen sich solche Schädlinge mit einer optischen Sortieranlage entfernen?

Es sollen einige Traubenchargen gerebelt werden und anschließend ein Teil davon über die optische Sortieranlage und ein Teil ohne optische Sortieranlage weiterverarbeitet werden. Durch den individuellen Ausbau der Chargen zu Wein können weiter Kriterien beleuchtet werden.

Das Ziel

Die optische Sortieranlage Delta R2 Vistalys (Bucher Vaslin, Chalonnes sur Loire, Frankreich) wird auf unterschiedliche Aspekte getestet.

Zum Unternehmen

Die HBLAuBA für Wein- und Obstbau ist das Lehr- und Forschungszentrum für die österreichische Weinwirtschaft. Die Schulausbildung dauert 5 Jahre und umfasst eine moderne Ausbildung für Wein und Obst mit Zentralmaturaabschluss. Aus Trauben der 25 ha Weingärten werden im innovativen Technikum rund 500 Weine im Kleinstmaßstab bis zum Praxismaßstab (5000 Liter) hergestellt. Geforscht wird an vielen aktuellen Themen wie Alkoholreduktion, Digitalisierung, Piwi-Rebsorten, Gär- & Tanninmanagement, uvm.

 

Partner:
Unterstützer:
Standort:

Klosterneuburg

Laufzeit:

2026

Ergebnisberichte: