Pflanzenschutzmittelapplikationen in Kleinterrassen über die Verwendung von Sprühdrohnen
Ausgangslage
Nach aktuellen Schätzungen werden in der Wachau rund 30 % der Weinbauflächen als Kleinterrassen bewirtschaftet. Diese Lagen sind aufgrund ihres steilen Geländes und der engen Parzellen nicht mit Traktoren befahrbar, weshalb der Pflanzenschutz manuell erfolgen muss. Dies führt zu einem deutlich höheren Arbeitsaufwand für die Betriebe. Der Einsatz von Drohnen als Applikationstechnik könnte es ermöglichen, den Pflanzenschutz zeitpunktgerecht und mit erheblich geringerem Personalaufwand durchzuführen, wodurch die Effizienz und Flexibilität in diesen schwer zugänglichen Lagen deutlich verbessert würde. Neben den betriebswirtschaftlichen Überlegungen ist auch zu bedenken, dass gerade diese Kleinterrassen das Landschaftsbild der Wachau prägen. Um deren Weiterbestehen zu ermöglichen wird es entscheidend sein, ob durch die Verwendung von modernen Techniken eine Erleichterung möglich sein wird.
Die Aufgabenstellung
- Eignung der Sprühdrohne(n) für die Applikation auf Kleinterrassen
- Verteilung der Spritzbrühe auf die Reben: da ausschließlich Kontaktmittel verwendet werden muss eine optimale Applikation vor allem auf die Trauben erfolgen.
- Evaluierung der Flächen auf das Auftreten von Pflanzenkrankheiten während des gesamten Versuchsverlauf.
- Falls Drohnenapplikation nicht ausreicht: Ergänzende Maßnahmen durch herkömmliche Behandlung durchführen und Ausmaß erfassen.
- Zusammenfassung der Ergebnisse und statistische Auswertung.
Die Umsetzung
Die Drohnenapplikation wird mit betriebsüblichen Methoden verglichen.
- Anhand von Testflügen vor der beginnenden Pflanzenschutzsaison soll die technische Eignung der ausgewählten Drohnen bestimmt werden.
- Durch aussprühen von Wasser kann einmal der grundsätzliche Wasseraufwand pro Fläche eruiert werden.
- Mit Versuchsstart werden die Flächen nach Terrassen unterteilt die mit den Drohnen, manuell oder per Traktor gespritzt werden.
- Der Drohneneinsatz sollte pro Fläche mindestens 3-mal wiederholt werden.
- Unmittelbar nach der Applikation kann die Verteilung der Spritzbrühe in der Anlage überprüft werden.
- Die notwendige Sprühmenge muss regelmäßig an das Wachstum der Reben angepasst werden.
- Die Auswirkungen auf die Pflanzengesundheit sollen durch mehrmalige Bonitierungen erfolgen.
- Bei nicht ausreichender Benetzung vor allem der unteren Bereiche der Laubwand (Trauben) muss über zusätzliche Behandlungen nachgedacht werden. Ist aber von der Risikobereitschaft des Betriebs abhängig.
- Dokumentation des gesamten Arbeitsablaufs
- Sammeln von Daten (z.B. Abtrift) die für Zwecke der Zulassung verwendet werden könnten.
- Nach Versuchsende: Empfehlungen für den Drohneneinsatz in Kleinterrassen ausarbeiten.
- Im Folgejahr eventuelle Ausdehnung auf andere Spezialanwendungen im Weinbau
Das Ziel
Im Zuge dieser Studie soll die Eignung von Sprühdrohnen für den Einsatz im Weinbau unter speziellen Anbaubedingungen getestet werden.
Die Ergebnisse sollen zeigen, ob über den Einsatz von Sprühdrohnen die manuelle Applikation von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden kann.
Zum Unternehmen
Die Vinea Wachau (Vinea Wachau Nobilis Districtus) wurde im Jahr 1983 als Vereinigung von Wachauer Winzern gegründet. Die Vereinigung ist ein Zusammenschluss von Winzern mit dem Ziel, die Weine des gesetzlich abgegrenzten Weinbaugebietes Wachau in ihrer Qualität und ihrer Bekanntheit zu fördern. Gleichzeitig handelt es sich um eine Gebietsmarke der gleichnamigen Winzervereinigung. Der Verein zählt gegenwärtig ca. 200 Weinbaubetriebe, die mit den geschützten Marken Steinfeder®, Federspiel® und Smaragd® höchste Qualitätsansprüche prägen und erfüllen.