Zielgenauer Pflanzenschutz mit Kleinraumwetterstationen
Ausgangslage
Falscher Mehltau (Plasmopara viticola) und Echter Mehltau (Erysiphe necator) sind die wichtigsten Krankheiten im Weinbau und verursachen erhebliche Ernteverluste von bis zu 100 Prozent. Um beide Krankheitserreger zu bekämpfen, müssen die Winzer*innen regelmäßig Fungizide einsetzen. Die landwirtschaftliche Beratung setzt Prognosemodelle ein um die Entwicklung der Krankheiten vorherzusagen und die Anwendungen nach Möglichkeit zu planen. Die Prognosen beruhen in der Regel auf großräumigen Wetterdaten als Eingangsparameter, die jedoch die kleinräumigen Unterschiede im Auftreten oder das Ausmaß der Krankheit nicht widerspiegeln. Dies führt in vielen Weingärten zu unnötigen Anwendungen. Die Wetterparameter für Prognosen werden in der Regel außerhalb der Weingärten gemessen, was das tatsächliche Mikroklima in der Laubwand nicht widerspiegelt. Infolgedessen sind die Krankheitsvorhersagen nicht an die örtlichen Bedingungen in den Weingärten angepasst. Dadurch können Applikationen eingespart und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduziert werden.
Die Aufgabenstellung
- Kann eine standortgenaue Pflanzenschutzprognose erfolgen?
- Wie hoch ist das Potential der Einsparung von Pflanzenmitteln?
- Prognostizierten die Warnmodelle für Oidium und Peronospora richtig?
- Sind Pflanzenschutzapplikationen nach dem Modell möglich?
- Wie viele Applikationen können eingespart werden?
- Ist ein lagenspezifscher Rebschutz für einen Betrieb umsetzbar.
- Ist eine Prognose in die Zukunft möglich? Wenn ja, wie genau ist diese?
- Welches Potenzial bzw. Mehrwert besteht bei der Nutzung von einem standortspezifischen Prognosemodell im Vergleich zu einem starren 14-tägigem Spritzintervall und zu einer betriebsüblichen Variante.
- Abgleich der vorher gesagten Infektionen mit dem realen Krankheitsauftreten?
Die Umsetzung
Durch die Verwendung von leova® SMART – Wetterstationen, die mit dem neuentwickelten Blattfeuchtsensor direkt in der Laubzone der Weingärten angebracht sind, um Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Niederschlag und Blattnässe zu messen, kann die Vorhersagegenauigkeit der Krankheitsprognose verbessert werden. Es wird die Blattnässe sowohl auf der Unter- als auch auf der Oberseite des Blattfeuchtesensors erfasst. Die Blattnässe auf der Blattunterseite ist essentiell für den Befall mit Falschem Mehltau und für Primärinfektionen mit Echtem Mehltau. Daher sind die Modelle auf den jeweiligen Standort zugeschnitten und können den Krankheitsverlauf vorhersagen.
Ziel dieses Projekts ist es mit Hilfe von mikroklimatischen Wetterstationen die standortgenaue Pflanzenschutzprognose im Weinbau zu verbessern. Anhand der Bonitur des realen Krankheitsauftretens sollen die standortspezifischen Unterschiede beim Auftreten von Oidium und Peronospora herausgearbeitet werden. In weiterer Folge werden die prognostizierten Infektionen mit den Krankheitsboniturdaten abgeglichen. Die Ergebnisse sollen den Winzer*innen wertvolle Informationen liefern, wann sie Fungizide zielgerecht einsetzen sollen, um so deren Einsatz zu verringern.
Das Ziel
Das Ziel des Use Cases ist es mit Hilfe von mikroklimatischen Wetterstationen die standortgenaue Pflanzenschutzprognose im Weinbau zu verbessern. Auf diese Weise sollen termingenauere Applikationen möglich sein und dadurch Pflanzenschutzmittel eingespart werden.
Zum Unternehmen
Die voestalpine Krems GmbH ist kompetenter Partner für innovative Rohr- und Profillösungen aus Stahl. Ihr nachhaltiger Erfolg basiert auf langjähriger Erfahrung im Rollformen und unvergleichlicher Vormaterialexpertise. Mit umfassender Weiterverarbeitungskompetenz entstehen in Krems hochwertige einbaufertige Komponenten und präzise Schweißbaugruppen, getragen von fundiertem Know-how, führender Technologie- und Werkstoffkompetenz und höchsten Qualitätsstandards.
Das Unternehmen entwickelt sowohl maßgeschneiderte Lösungen für verschiedenste Einsatzbereiche als auch spezialisierte Profil- und Systemlösungen für den Wein- und Obstbau, so wie die leova® SMART Wetterstationen.